Was wurde aus den VIVA Moderatoren von damals?

Erinnerst du dich noch an Stefan Raab auf VIVA? Was wurde aus den Kult-Moderatoren? Die Antworten machen nostalgisch!

Ein alter Röhrenfernseher, der ausgeschaltet ist

Erinnerst du dich noch an den Moment, wenn du nach der Schule nach Hause gerannt bist, den Fernseher angeschmissen hast und dein Lieblings-VJ schon mit einem breiten Grinsen in die Kamera schaute? VIVA war für eine ganze Generation nicht einfach nur ein Musiksender - es war ein Lebensgefühl. Zwischen 1993 und 2018 prägte der Kölner Sender die deutsche Popkultur wie kaum ein anderes Medium. Und mittendrin: die VIVA Moderatoren, die mit ihrer Lässigkeit, ihrem Humor und ihrer echten Liebe zur Musik uns durch die besten Jahre unserer Jugend begleitet haben. Aber was ist eigentlich aus ihnen geworden? Wir haben uns auf die Suche gemacht - und die Antworten überraschen, bewegen und machen verdammt nochmal nostalgisch.

Die bekanntesten VIVA Moderatoren im Überblick

Die Urgesteine des Senders

Als VIVA am 1. Dezember 1993 auf Sendung ging, war das eine kleine Revolution. Erstmals gab es einen deutschen Musiksender, der explizit auch deutschsprachige Künstler promoten wollte - eine direkte Reaktion auf die MTV-Dominanz, die damals fast ausschließlich internationale Acts zeigte. Und wer hat diesen Sender mit Leben gefüllt? Die VJs. Kurz für Video-Jockeys - eine Berufsbezeichnung, die heute fast schon wie aus einem anderen Zeitalter klingt.

Zu den ersten und bekanntesten Gesichtern gehörte ohne Zweifel Stefan Raab, der mit seiner frechen, unverblümten Art schon früh auffiel. Raab moderierte unter anderem die Sendung Vivasion und nutzte VIVA als Sprungbrett für eine der bemerkenswertesten Karrieren im deutschen Unterhaltungsfernsehen. Dann war da Markus Kavka, der mit seiner intellektuellen Coolness und seinem tiefen Musikwissen zur Kultfigur wurde. Oder Charlotte Roche, die mit ihrer polarisierenden, direkten Art die Zuschauer entweder liebten oder hassten - aber gleichgültig ließ sie niemanden.

Und natürlich: Nilufar Momenpur, Heike Makatsch, Oliver Pocher - die Liste der Menschen, die durch das VIVA-Studio gegangen sind und danach in der deutschen Medienwelt Spuren hinterlassen haben, ist beeindruckend lang. VIVA war eine Art Talentschmiede, die mit ihrem einzigartigen Stil Persönlichkeiten formte, die bis heute relevant sind. Hand aufs Herz: Wer von uns hätte damals gedacht, dass aus diesen coolen Kids vor der Kamera mal Schauspieler, Autoren, Moderatoren und Unternehmer werden würden?

Die zweite Generation: Frisches Blut in den 2000ern

Mit dem Übergang ins neue Jahrtausend veränderte sich auch VIVA. Der Sender wurde 2004 von Viacom übernommen - dem gleichen Konzern, der auch MTV betrieb - und das Programm wandelte sich spürbar. Neue Gesichter kamen hinzu, die eine jüngere Generation ansprechen sollten. Namen wie Patrice Bouédibéla, bekannt als einfach nur Patrice, oder Collien Ulmen-Fernandes (damals noch Collien Torres) prägten das Bild des Senders in dieser Phase.

Collien war dabei wohl eines der schillerndsten Gesichter dieser Ära. Mit ihrer Mischung aus Schönheit, Schlagfertigkeit und echter Musikbegeisterung wurde sie zur Identifikationsfigur für viele junge Zuschauerinnen. Sie moderierte zahlreiche Formate, war Gesicht von Kampagnen und schien wie gemacht für das Fernsehen. Dass sie heute zu den bekanntesten Moderatorinnen Deutschlands gehört, überrascht rückblickend kaum.

Aber auch die etwas weniger prominenten VJs verdienen einen Moment der Erinnerung. Viele von ihnen arbeiteten hart, waren täglich im Studio, interviewten Acts von Rammstein bis Britney Spears, von den Backstreet Boys bis zu den Ärzten - und verschwanden dann irgendwann still aus dem Rampenlicht. Was aus ihnen wurde, ist manchmal überraschend, manchmal bewegend und manchmal einfach nur menschlich.

VIVA Zwei und die Nischenprogramme

Neben dem Hauptsender gab es auch VIVA Zwei, das sich bewusst von der Mainstream-Orientierung abgrenzte und eher alternative, elektronische und Indie-Musik spielte. Hier moderierte unter anderem Markus Kavka regelmäßig, und der Sender hatte eine treue, etwas ältere Zielgruppe, die Eurodance-Klassiker und 90er Hits zwar liebte, aber auch Wert auf musikalische Tiefe legte. VIVA Zwei wurde 2002 in VIVA Plus umbenannt und 2008 eingestellt - für viele ein echter Kulturverlust.

Vom TV-Star zum Alltag: Was sie heute machen

Stefan Raab: Vom VJ zur Legende und zurück

Stefan Raab ist wohl die größte Erfolgsgeschichte, die VIVA je hervorgebracht hat. Nach seiner Zeit als VJ startete er mit TV total (ab 1999) eine der erfolgreichsten Late-Night-Shows des deutschen Fernsehens. Er produzierte Hits, entdeckte Lena Meyer-Landrut, die 2010 den Eurovision Song Contest gewann, und schuf mit dem Bundesvision Song Contest ein eigenes, geliebtes Format. 2015 trat er scheinbar für immer ab - um dann 2024 mit einem vielbeachteten Boxkampf gegen Regina Halmich und einem TV-Comeback sein Schweigen zu brechen. Raab bleibt Raab: unberechenbar, genial, einzigartig. Über seinen neulichen Comeback-Versuch auf RTL sprechen wir allerdings lieber mal nicht weiter…

Heike Makatsch: Von der VJ zur Filmschauspielerin

Heike Makatsch ist ein Paradebeispiel dafür, wie VIVA als Sprungbrett funktionierte. Die gebürtige Düsseldorferin moderierte in den frühen VIVA-Jahren und machte sich schnell einen Namen durch ihre natürliche Ausstrahlung. Der Schritt zur Schauspielerei war für sie fast logisch - und er gelang. Mit Rollen in internationalen Produktionen, darunter der Weihnachtsklassiker Tatsächlich… Liebe (2003), in dem sie an der Seite von Alan Rickman zu sehen war, bewies sie, dass sie mehr als nur ein hübsches Fernsehgesicht war. Heute ist sie eine der renommiertesten deutschen Schauspielerinnen.

Charlotte Roche: Die Provokation als Kunstform

Charlotte Roche war bei VIVA nie die netteste Moderatorin - und das war ihr Markenzeichen. Ihre freche, oft grenzwertige Art polarisierte, aber sie blieb im Gedächtnis. Nach VIVA moderierte sie beim Ableger VIVA Plus und beim Musiksender The Dome. Den größten Kulturschock löste sie 2008 mit ihrem Romandebüt Feuchtgebiete aus, das zu einem der meistdiskutierten deutschen Bücher der Nullerjahre wurde und verfilmt wurde. Heute ist sie als Autorin, Podcasterin und Kolumnistin aktiv - nach wie vor unbequem, nach wie vor relevant.

Collien Ulmen-Fernandes: Die Allrounderin

Collien Torres, heute Ulmen-Fernandes, hat nach VIVA eine beeindruckende Karriere hingelegt. Sie moderierte zahlreiche große TV-Shows, ist als Schauspielerin aktiv und hat sich auch als Unternehmerin einen Namen gemacht. Ihr Podcast und ihre Präsenz in sozialen Netzwerken zeigen, dass sie den Wandel der Medienlandschaft nicht nur überlebt, sondern aktiv mitgestaltet hat. Für viele ist sie das Gesicht einer Generation, die mit 90er Hits aufgewachsen ist und heute die Medienwelt mitbestimmt.

Unvergessliche Momente mit den VIVA Gesichtern

Die Interviews, die wir nie vergessen

Wer erinnert sich noch an die legendären Backstage-Interviews, die VIVA-Moderatoren mit den größten Stars der damaligen Zeit führten? Das waren keine steif inszenierten Pressekonferenzen - das waren echte Begegnungen, manchmal chaotisch, manchmal brillant, immer authentisch. Markus Kavka interviewte Acts, die damals die Charts dominierten: von Oasis über die Beastie Boys bis zu Tupac Shakur. Diese Interviews hatten eine Energie, die man heute in der polierten Welt des Social-Media-Contents vermisst.

Stefan Raab wiederum war bekannt dafür, Interviews in seine eigene kleine Show zu verwandeln. Er neckte Gäste, spielte Live-Musik und schuf eine Atmosphäre, die zwischen Talkshow und Musiksendung irgendwo in der Mitte lag. Das war VIVA at its best: unvorhersehbar, frisch, lebendig. Kein Teleprompter, kein Skript - einfach zwei Menschen, die über Musik reden.

Und dann gab es die Momente, die peinlich waren - im besten Sinne. Die Live-Pannen, die improvisierten Kommentare, die man heute als Bloopers viral gehen sehen würde. VIVA hatte eine Rohheit, die dem Sender seinen Charme gab. Die Moderatoren waren keine unerreichbaren Superstars, sondern Leute wie du und ich - nur eben mit einer Kamera vor der Nase und einem Finger am Puls der Zeit.

Die Sendungen, die Generationen prägten

Interaktiv war eine der ersten interaktiven Sendungen im deutschen Fernsehen, bei der Zuschauer anrufen und mitbestimmen konnten, welche Videos gespielt wurden - ein Konzept, das heute banal klingt, damals aber revolutionär war. Die Moderatoren dieser Sendung wurden zu echten Community-Figuren. Sie kannten die Namen der Anrufer, erinnerten sich an Stammzuschauer und schufen so eine Bindung, die Social Media heute mit Algorithmen zu replizieren versucht - aber nie ganz erreicht.

Dann war da VIVA Live, das Konzertformat, das Bands direkt ins Studio oder auf kleine Bühnen brachte. Für viele Künstler war ein Auftritt bei VIVA Live ein Ritterschlag. Die Moderatoren, die diese Events begleiteten, wurden zu Kuratoren des Sounds einer ganzen Generation - von Eurodance-Klassikern über 90er Hits bis hin zu den ersten deutschen HipHop-Wellen mit Künstlern wie Fanta 4 oder Cora E.

Nicht zu vergessen: die Jahreswechsel und die großen Countdown-Specials. Silvester bei VIVA war für viele Jugendliche das Äquivalent zu dem, was für Erwachsene die Tagesschau war - ein Ritual. Die Moderatoren moderierten durch die Nacht, zählten die besten Videos des Jahres runter und schafften dabei eine kollektive Erinnerung, die bis heute anhält.

Das Erbe von VIVA lebt in uns allen weiter

Was VIVA für die deutsche Musikkultur bedeutete

VIVA war mehr als ein Fernsehsender. Es war eine kulturelle Institution, die der deutschen Musiklandschaft ein Gesicht gab. Ohne VIVA wäre der Erfolg des Neuen Deutschen Hip-Hops in den 90ern schwer vorstellbar - Fanta 4, Torch, Cora E., all diese Künstler wurden durch VIVA einem Massenpublikum bekannt. Gleichzeitig öffnete der Sender Türen für internationale Acts und machte Eurodance, Techno und Trance salonfähig, lange bevor diese Genres in der Breite anerkannt waren.

Die VIVA Moderatoren waren dabei keine bloßen Moderatoren - sie waren Botschafter. Sie übersetzten Musik in Sprache, machten komplexe Subkulturen zugänglich und vermittelten eine Haltung: Musik ist wichtig. Musik ist Identität. Musik ist Leben. Das klingt groß, aber wer damals täglich eingeschaltet hat, weiß, dass genau das die Botschaft war, die ankam.

Heute, wo Streaming-Algorithmen entscheiden, was wir hören, und TikTok in 15-Sekunden-Clips bestimmt, was viral geht, wirkt die Idee eines Moderators, der dir mit echter Begeisterung einen Song vorstellt und erklärt, warum er gerade wichtig ist, fast schon anachronistisch. Aber vielleicht ist genau das, was wir vermissen - diese menschliche Kuratierung, diese persönliche Note.

Die VIVA Moderatoren als Spiegel ihrer Zeit

Was die Geschichte der VIVA Moderatoren so faszinierend macht, ist, dass sie ein perfektes Abbild ihrer Zeit sind. Sie kamen aus einer Ära, in der Fernsehen noch Gemeinschaft stiftete - bevor Netflix, YouTube und Spotify jeden auf seine eigene Medieninsel schickten. Die VJs waren die Verbindung zwischen der Musikwelt da draußen und dem Jugendzimmer, in dem du saßt.

Und sie haben diese Verantwortung - ob bewusst oder nicht - ernst genommen. Viele von ihnen haben nach VIVA Karrieren eingeschlagen, die zeigen, dass sie nie nur Oberfläche waren. Raab wurde zum Produzenten, Roche zur Autorin, Makatsch zur Schauspielerin, Kavka zum Musikjournalisten und Autor. Die Leidenschaft, die sie vor der Kamera zeigten, war echt - und sie tragen sie bis heute mit sich.

Warum wir VIVA nie vergessen werden

VIVA endete offiziell am 31. Dezember 2018 - der Sender wurde abgeschaltet, das Signal verstummte. Aber das Erbe lebt weiter: in den Playlists, die wir noch heute abspielen, in den Songs, die sofort Bilder aus Jugendzimmern und Schulpausen heraufbeschwören, in den Moderatoren, die uns gelehrt haben, dass Musik nicht nur Hintergrundgeräusch ist, sondern Identität, Gemeinschaft und Emotion.

Die VIVA Moderatoren von damals sind heute Schauspieler, Autoren, Comedians, Produzenten und Unternehmer. Manche sind noch im Rampenlicht, andere haben sich bewusst zurückgezogen. Aber sie alle tragen einen Teil dieser einzigartigen Ära mit sich - und wir tragen sie mit uns. Weil sie nicht einfach Moderatoren waren. Sie waren unsere Jugend.

Zuletzt aktualisiert: 8. April 2026

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